Portrait von Axel Fell, Landesvorsitzender ADFC NRW

Axel Fell, ADFC-Landesvorsitzender NRW © Foto: Daniela Schönewald, Instagram: @danny_coeval

Nach Nationalem Radverkehrskongress 2021: ADFC vermisst Aufbruchstimmung in NRW

 

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club in Nordrhein-Westfalen hat nach dem Nationalen Radverkehrskongress in Hamburg eine für NRW ernüchternde Bilanz gezogen. Der Landesvorsitzende Axel Fell forderte die Landesregierung auf, die vielen internationalen

 

„2.000 Expert*innen haben in den letzten beiden Tagen gesehen, was überall auf der Welt in Sachen Radverkehr schon passiert. Viele inspirierende Idee zeigen, was möglich ist, wenn die Politik klima- und menschenfreundliche Städte will. Dagegen ist der hier bei uns in NRW  vom Verkehrsministerium vorgelegte Entwurf zum Fahrradgesetz geradezu blass und unkonkret. Das hat so gar nichts von der Aufbruchstimmung, die wir beim Nationalen Radverkehrskongress erlebt haben.“

Daher fordert der Fahrrad-Club in NRW eine dringende Nachbesserung des Gesetzentwurfs zum Fahrrad- und Nahmobilitätsgesetz, den die Landesregierung Anfang März vorgelegt hatte. In seiner Stellungnahme dazu hat der Verband dutzende Verbesserungsvorschläge gemacht. Die Vorlage des Landes nennt er nicht ambitioniert genug und rechtlich zu unverbindlich, um bis 2025 wie von der Volksinitiative „Aufbruch Fahrrad“ verlangt, den Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehr von jetzt unter zehn Prozent auf 25 Prozent zu steigern.

Annette Quaedvlieg, die zusammen mit Axel Fell als Doppelspitze den ADFC- Landesverband in Nordrhein-Westfalen führt, sagte: „Es fehlt in NRW der Mut zur Umverteilung der Flächen, der von den Autos blockiert wird. Gerade dieser Aspekt und die Infrastruktur waren die zentralen Themen beim nationalen Radverkehrskongress. Doch hier bei uns in NRW scheitert das Land schon am ersten Radschnellweg RS1. Dabei haben kreative Projekte aus NRW gleich drei Deutsche Fahrradpreise abgeräumt. Wir müssen diese Aufbruchstimmung nutzen und jetzt von den großen Ideen dieses Kongresses lernen.“

Bei dem zweitägigen Fachkongress hatte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer den Nationalen Radverkehrsplan 3.0 vorgestellt. Danach soll sich Deutschland bis 2030 zu einem „Fahrradland“ entwickeln. Dazu stehen zunächst bis 2023 Fördermittel in Höhe von knapp 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung. 

Über den ADFC NRW
Der ADFC NRW e.V. ist mit mehr als 50.000 Mitgliedern der größte Landesverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs. In rund 40 Kreisverbänden und 100 Ortsgruppen sind wir vor Ort aktiv. Wir setzen uns für eine umweltfreundliche Verkehrspolitik ein, fahren gemeinsam Touren und beraten in allen Fragen rund um das Fahrrad. Als Landesverband werben wir in Politik, Ministerien und Verbänden für eine Verkehrspolitik, die die Potentiale des Fahrrads ausschöpft. Dabei steht die Entwicklung einer umfassenden Radverkehrsinfrastruktur im Mittelpunkt: ein einheitliches Radverkehrssystem für Alltags-, Freizeit- und Urlaubsradfahrer*innen mit hohen Qualitätsstandards und guten Serviceeinrichtungen.

 

alle Themen anzeigen

Verwandte Themen

Tourenbericht

Regen und „die halbe Miete“ - 34.KW 2021

Die morgendliche Frage ist donnerstags immer, wie wird’s Wetter. Die Wetter-App ist nicht so ganz zuverlässig, der Hahn…

Klostergarten Kloster Kamp in Kamp-Lintfort

Berichte zu unseren geführten Radtouren

Wenn sich der oder die eine bewogen fühlte als Teilnehmer*in an einer unseren geführten Radtouren noch die Zeit zu…

Kleine Pause

Von Geldverteilung und milden Gaben – 47.KW 2021

Treffen sich vier oder fünf Radfahrer am Donnerstag der 47. Kalenderwoche vor dem Rathaus in Voerde. „Cannabis…

Radfahren in Voerde: Eine Herausforderung

Es gab Zeiten, in denen gehörte den Radfahrer*innen die Straße, dann wurden sie von dort auf "Radwege" verbannt weil…

StVO - Zeichen 250: Verbot für Fahrzeuge aller Art

Verkehrszeichen, die uns das Radeln verbieten

Wo kein Kläger, da kein Richter - mal eben einen Weg nutzen, der für zu Fuß gehende reserviert ist, verkehrt herum durch…

Vor dem Start in Lohberg

Mit zuen Augen - 43.KW 2021

„Wo willst du denn hin? Das sind Radfahrer“, sprach sie, die ältere recht füllige Dame, wiederholt. Recht hatte sie,…

Graffiti an der Stockumer Schule

Graffiti an der Stockumer Schule

Zur Corona Zeit gibt es keine Tourenberichte, weil es keine Touren gibt, ist das richtig?

Nein, eine Alltagsfahrt kann…

Auf der Fähre

Dawammaschon 28.KW - 2022

Man fährt wieder! Quatsch: Wir fahren donnerstags immer außer bei Nichtwetter (=Unwetter), Glatteis und wenn plötzlich,…

Gruppenbild mit Damen nach der Pause

Scheibenwischer und Regenhose 37.KW - 2022

Was macht man, wenn es plötzlich regnet, was ja in diese Sommer nicht allzu oft der Fall gewesen ist? Als Radfahrer,…

https://dinslaken-voerde.adfc.de/artikel/nach-nationalem-radverkehrskongress-2021-adfc-vermisst-aufbruchstimmung-in-nrw-2-1

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

    weiterlesen

  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

    weiterlesen

  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

    weiterlesen

  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

    weiterlesen

  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

    weiterlesen

  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

    weiterlesen

Bleiben Sie in Kontakt