Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Ortsverein Dinslaken-Voerde e. V.

Fahrradstraßen in Wesel

Seit acht Jahren verfügt Wesel über zahlreiche Fahrradstraßen, aktuell sind es 24.

Fahrradstraßen in Wesel

Seit acht Jahren verfügt Wesel über zahlreiche Fahrradstraßen, aktuell sind es 24. Mehr Bewegungsqualität. Mehr Mobilitätsqualität. Mehr Fahrradattraktivität. Diese drei Kernthesen stellen einen wesentlichen Teil des Leitbildes der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW (AGFS) dar. Die Realisierung von Fahrradstraßen und deren einheitliche Gestaltung trägt wesentlich dazu bei, eine sichtbare Veränderung für die Radfahrenden, aber auch für alle anderen Verkehrsteilnehmenden herbeizuführen.

Regeln für Fahrradstraßen: Nur Radfahrer, Pedelecs (max. 25 km/h) und E-Scooter dürfen Fahrradstraßen befahren

Zusatzzeichen: Andere Fahrzeuge wie PKW, LKW oder Motorräder dürfen nur Fahrradstraßen mit speziellem Zusatzschild (KFZ frei) befahren.

Radfahrende haben Vorrang auf Fahrradstraße und dürfen nebeneinander fahren. Motorisierte Fahrzeuge (Zusatzschild) dürfen Radfahrende nicht behindern oder gefährden.

Die Geschwindigkeit beträgt höchstens 30 km/h.

Die Fahrradstraßen in Wesel werden überwiegend nur mit dem Verkehrszeichen für Fahrradstraßen mit dem Zusatzschild KFZ frei als solche ausgewiesen, nur wenige Straßen sind mit weitergehenden Markierungen ausgestattet. Hier kommt es also grundsätzlich zu Konflikten zwischen Rad und motorisiertem Verkehr. Ich habe den Eindruck, dass das Schild Fahrradstraße von KFZ leicht übersehen wird. Auch führt das Schild „KFZ frei“ häufig dazu, dass die Straße vom motorisierten Verkehr nicht als Straße für Radfahrende wahrgenommen wird. Die niederländische Bezeichnung „Autos te gast“, also KFZ zu Gast ist hier meiner Meinung nach besser gewählt. Hinzu kommt noch, dass im Navigationssystem häufig fälschlicherweise die Höchstgeschwindigkeit mit 50 km/h für den Innerortsverkehr angegeben wird, statt korrekterweise mit 30 km/h.

Es gibt eine Empfehlung des AGFS, wie eine Fahrradstraße idealerweise markiert werden sollte, um den Radverkehr sicherer zu machen. Der Rat der Stadt Wesel hatte seinerzeit beschlossen, die Empfehlung des AGFS, für die es auch Fördermittel gibt, anzuwenden. In 2024 wurde die knapp 500 m lange Eichenstraße entsprechend dieser Richtlinie markiert, Kosten beliefen sich auf einen mittleren fünfstelligen Betrag.

Es ist sehr verständlich, dass bei solch hohen Kosten die Stadt Wesel von weiteren Markierungen erst einmal abgesehen hat. Jedoch gibt es Fahrradstraßen mit sehr geringem KFZ Verkehr und solche mit höherem motorisiertem Verkehrsaufkommen – wie die Straße „Am Blaufuß“. Für Radfahrende kommt es auf dieser Straße immer wieder zu kritischen Situationen. Auch die Straße „Am Blaufuß“ ist nur mit dem Kennzeichen „Fahrradstraße“ ausgeschildert. Eine sehr ungünstige Ausgangslage für Radfahrende und motorisiertem Verkehr.

Der Ausschuss für Bürgerdienste, Sicherheit und Verkehr (BSV) hat in seiner Sitzung am 19.02.2025 (Vorlage FB 7/16/25) über die Thematik der Gestaltung von Fahrradstraßen beraten. Eine erste Arbeitsgruppensitzung hat unter Teilnahme von VertreterInnen der Verwaltung, der Fraktionen, des ASG Wesel und des ADFC Wesel am 09.05.2025 stattgefunden. Der ADFC Wesel hat eine Priorisierung von Fahrradstraßen in die Arbeitsgruppe eingebracht. Der ADFC Wesel Vorschlag empfiehlt für Fahrradstraßen mit hohem Konfliktpotenzial, Markierungen zu Beginn der Fahrradstraße in rot aufzubringen (sog. Torsituatiation), um deutlich zu machen, dass hier Radfahrende Vorrang haben.

Für die Straße „Am Blaufuß“ würde das konkret bedeuten, dass zwei große Piktogramme aufgebracht werden, an der Einfahrt von der Nordstraße und an der Einfahrt von der Friedenstraße. Im weiteren Verlauf reichen dort aus Sicht des ADFC Wesel einfache weiße Piktogramme auf dem Asphalt aus.

Für die Weseler Straßen mit geringem motorisiertem Verkehr reicht es aus Sicht des ADFC Wesel grundsätzlich aus, wenn zusätzlich zu dem Verkehrszeichen einfache weiße Fahrradpiktogramme auf den Asphalt aufgebracht werden und auf die teuren flächendeckenden roten Piktogramme verzichtet wird. Dieses Konzept beinhaltet eine wesentlich höhere Sicherheit für Radfahrende und schont gleichzeitig das Budget der Stadt Wesel.

Die nächsten Sitzungen der Fahrradstraßen-Arbeitsgruppe bleiben abzuwarten.

Quellen:

  1. Leitfaden AGFS Fahrradstraßen

https://dinslaken-voerde.adfc.de/neuigkeit/default-47fb5155d3121dc1963edf9967c83f17

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