Mitgliederversammlung 2026 zeigt Aufbruch, Engagement und Handlungsbedarf
Am 17. April 2026 trafen sich die Mitglieder des ADFC Oberhausen/Mülheim in der Alten Dreherei zur diesjährigen Mitgliederversammlung – ergänzt durch ein Neumitgliedertreffen im Vorfeld!

Neue Mitglieder bringen frische Perspektiven ein
Beim offenen “Neu”mitgliedertreffen vor der Versammlung wurde deutlich, wie vielfältig die Erfahrungen und Hintergründe der Interessierten Radelnden sind: Familien mit Kindern, langjährige Radfahrende ohne Auto, Zugezogene aus fahrradfreundlicheren Städten und engagierte Ruheständler*innen. Ein zentrales Thema war die Alltagstauglichkeit des Radverkehrs – insbesondere für Kinder. Unsichere Schulwege, chaotische Parksituationen und fehlende Rücksicht im Straßenverkehr wurden mehrfach kritisiert. Gerade im Vergleich zu Städten wie Karlsruhe oder Münster wurden die Zustände in Mülheim und Oberhausen teils als „katastrophal“ beschrieben.
Gleichzeitig wurde klar: Viele wollen sich aktiv einbringen. Mit neuen Aktiven aus beiden Städten wächst das Potenzial für ehrenamtliches Engagement deutlich.
Vorstand berichtet: Breites Engagement vor Ort und politisch
Der Vorstand stellte die vielfältigen Aktivitäten im vergangenen Jahr vor. In Oberhausen reichen diese von Fahrradboxen im Bismarckviertel über Planungen zum Radschnellweg von Mülheim über Oberhausen nach Bottrop bis hin zu konkreten Verbesserungen an Radwegekreuzungen. Gleichzeitig wird intensiv mit Polizei und Stadtverwaltung zusammengearbeitet, etwa bei Aktionen zu Überholabständen. In Mülheim ist der ADFC stark in Gremien und Netzwerken vertreten – unter anderem im Mobilitätsausschuss, im Klimaschutzbeirat und im Arbeitskreis „Fahrradfreundliches Mülheim“. Die Mülheimer Sprecherin Gudrun Fürtges bringt die Themen zudem auf Landes- und Bundesebene ein.
Mehr Beteiligung, bessere Kommunikation
Ein wichtiges Thema ist die bessere Einbindung der Bürger*innen. Ein besonderer Schwerpunkt in Mülheim für 2026 ist der Stadtteil Heißen: Nach einer Vorbesichtigung soll dort im Juni eine gemeinsame Radtour mit Politik und Bürger*innen stattfinden. Ziel ist es, problematische Stellen direkt vor Ort zu analysieren und konkrete Verbesserungen anzustoßen: Probleme sichtbar machen, gemeinsam diskutieren und Lösungen entwickeln.
Blick nach vorn: Aktionen, Familien und neue Zielgruppen
Für das laufende Jahr sind zahlreiche Aktivitäten geplant, darunter:
- Sternfahrten nach Düsseldorf (3.5.) und Duisburg (4.7.)
- Stadtradeln in Oberhausen (Mai) und Mülheim (September)
- Juni: Beteiligungstour in Heißen
- Kidical Mass in MH (20.9.)
- Eine Halloween-Demonstration (31.10.)
- Aktiventouren und regelmäßige Treffen
Fazit: Viel Bewegung – jetzt braucht es konkrete Veränderungen
Die Mitgliederversammlung und das Neumitgliedertreffen zeigen ein klares Bild: Der ADFC wird vielfältiger und aktiver. Gleichzeitig wächst der Druck, die Bedingungen für Menschen, die Rad fahren, spürbar zu verbessern.
Die Botschaft der Mitglieder ist eindeutig: Es braucht sichere Infrastruktur, echte Rücksicht im Straßenverkehr und eine Politik, die die Bedürfnisse aller ernst nimmt – besonders von Kindern und Familien.
Der ADFC Oberhausen/Mülheim ist bereit, diesen Wandel aktiv mitzugestalten.