Verkehrsausschuss 04/26: Probleme bekannt – Lösungen weiter vertagt
Mobilitätskonzept seit 1,5 Jahren ohne Ergebnis, unsichere Umleitungen an der Karl-Lehr-Brücke, neue Konflikte an Bushaltestellen – aber auch ein Lichtblick an der Ottostraße. Der Ausschuss vom 13. April im Überblick.

Am 13. April 2026 tagte der Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr. Die Sitzung zeigt ein bekanntes Muster: Probleme werden benannt – konkrete Lösungen bleiben vielfach aus.
Wir ordnen die wichtigsten Punkte für den Radverkehr ein.
Mobilitätskonzept: Seit 1,5 Jahren im Wartestand
Zum Mobilitätskonzept gab es erneut keinen Sachstand. Dabei ist die Lage eindeutig: Der Rat hatte 2024 beschlossen, aus dem Abschlussbericht ein Handlungskonzept zu entwickeln und jährlich über den Fortschritt zu berichten. Im Ausschuss blieb es erneut bei der Ankündigung, der Bericht komme „in der nächsten Sitzung“. Nach inzwischen 1,5 Jahren ohne Ergebnis ist das nicht akzeptabel. Duisburg fehlt weiterhin die strategische Grundlage für eine moderne Verkehrspolitik.
Karl-Lehr-Brücke: Thema im Ausschuss – Probleme bleiben
Die Sperrung der Karl-Lehr-Brücke und ihre Auswirkungen auf den Rad- und Fußverkehr auf diesem Schul- und Touristikweg war auch Gegenstand mehrerer politischer Anfragen, unter anderem von Linken und CDU. Die Verwaltung betonte dabei vor allem den Zeitdruck: Die Maßnahme müsse „so schnell wie möglich“ umgesetzt werden, zusätzliche Sicherungen oder eine Offenhaltung für den Fuß- und Radverkehr würden die Bauzeit verlängern. Die Anfragen werden im Nachgang schriftlich beantwortet - also vermutlich erst, wenn die Baustelle Geschichte ist.
Der ADFC hat die offizielle Umleitungsstrecke bereits vor der Sitzung gemeinsam mit Politik und Öffentlichkeit befahren – mit einem klaren Ergebnis: Die Strecke ist in Teilen sicherheitstechnisch nicht akzeptabel.
Die Probleme sind konkret:
- Abschnitte mit starkem Lkw-Verkehr
- unklare oder endende Radführungen
- fehlende Sicherungen an Konfliktstellen
Viele dieser Mängel wären kurzfristig entschärfbar. Mittlerweile tut sich punktuell etwas, siehe unsere separate Berichterstattung.
40 barrierefreie Bushaltestellen: Neue Konflikte geplant
Der barrierefreie Ausbau von 40 Haltestellen wurde beschlossen – grundsätzlich ein richtiger und überfälliger Schritt.
Problematisch ist die geplante Umsetzung: An mehreren Haltestellen soll der Radverkehr erneut durch Wartebereiche geführt werden.
Dieses Konzept ist in Duisburg nicht neu – und es funktioniert nicht:
- Konflikte zwischen wartenden Fahrgästen und Radfahrenden
- unsichere Situationen für alle Beteiligten
Diese Kritik wurde im Ausschuss fraktionsübergreifend geteilt. Gleichzeitig stellte die Verwaltung klar, dass es sich zunächst um einen Förderbeschluss handelt – die Detailplanung folgt. Von daher halten wir unsere Stellungnahme, die wir vor der Ausschusssitzung allen Beteiligten geschickt hatten, für einen richtigen und wichtigen Input, um die Probleme im Rahmen der Detailplanung auszuräumen.
Moerser Straße / Ottostraße: Unsere Stellungnahme zeigt Wirkung
Ein Lichtblick: An der Ottostraße wurde ein zentraler Verbesserungsvorschlag des ADFC aus unserer Stellungnahme aus dem letzten Jahr aufgegriffen. Der Radverkehr wird künftig vor der Ampel sichtbar auf Fahrbahnniveau geführt. Die Führung wird dadurch besser nachvollziehbar und gibt den Radfahrenden mehr Raum sich in den fließenden Verkehr einzuordnen.
Das zeigt: Frühe und konkrete Hinweise können Planungen verbessern.
Was uns weiterhin fehlt, ist eine Temporeduzierung schon im Bereich der Supermarktausfahrt auf 30 km/h, damit von ausgehend 50 km/h hin zu den dann vorgeschriebenen 20 km/h der Verkehrsfluss frühzeitig abgebremst wird.
IGA 2027: Verkehrskonzept weiterhin offen
Ein konkretes Konzept, wie im Rahmen der IGA 2027 der Verkehrsfluss geplant wird, ist weiterhin nicht erkennbar oder zumindest nicht veröffentlicht.
Wir fragen uns unter anderem:
- Wie wird der Radverkehr im Bereich Hochfelder Bogen geführt?
- Welche Maßnahmen sind konkret vorgesehen?
Ein frühzeitiges Verkehrskonzept für die IGA 2027 hätte die Chance geboten, die Verkehrsführung zwischen Innenstadt und Rheinpark - auch für die Zukunft, auch für den Radverkehr - neu zu ordnen. Großveranstaltungen ohne belastbares Verkehrskonzept erzeugen hingegen einfach nur Verkehrsrisiken. Wir meinen: Schade, mal wieder eine Chance vertan.
Die Sitzung zeigt ein klares Bild:
Strategische Themen wie das Mobilitätskonzept kommen nicht voran. Bekannte Probleme werden beschrieben, aber nicht gelöst. Aber punktuelle Verbesserungen sind möglich – wenn Druck entsteht.
Wir bleiben dran.












Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen
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