Beim Fahrradbus fahren Kinder und Eltern in der Gruppe auf der Straße.

Beim Fahrradbus fahren Kinder und Eltern in der Gruppe auf der Straße. © Jennifer Fey

Aktion Fahrradbus bringt Kinder aufs Rad und sicher ans Ziel

Viel besser als Elterntaxi: Bei Fahrradbus-Aktionen kommen Kinder mit dem Rad zur Schule - sicher in der Gruppe und begleitet von Eltern oder der Polizei.

Viele Eltern fragen sich: Wie kommt mein Kind sicher zur Schule? Weil sichere Fahrradwege Mangelware sind und der Schulweg oft durch dichten Verkehr führt, werden Kinder häufig mit dem Auto gebracht. Aber es geht auch anders: mit dem Fahrradbus. Hier fahren Schulkinder und Eltern in einer Gruppe gemeinsam sicher mit dem Rad zur Schule. Der Fahrradclub ADFC unterstützt die Aktionen. 

ADFC-Bundesvorsitzende Rebecca Peters sagt: „Kinder sind die schwächsten Verkehrsteilnehmenden, und sie haben es im autozentrierten Verkehr besonders schwer. Weil es überall an sicheren Schulwegen fehlt, lassen Eltern ihre Kinder oft nicht mit dem Rad oder zu Fuß zur Schule, sondern bringen sie lieber im Elterntaxi bis vors Schultor – und gefährden umso mehr die anderen Kinder, die zu Fuß oder mit dem Rad kommen. Ein Teufelskreis. Viel besser ist eine Fahrt mit dem Fahrradbus: Das ist gesund, macht Spaß, fördert die Selbstständigkeit der Kinder und das sichere Fahren auf der Straße. Und aus radfahrenden Kindern werden radfahrende Erwachsene, die öfter mal das Auto stehen lassen. So ist jede Fahrradbus-Aktion auch ein Beitrag zur Verkehrswende – und ein sichtbares Plädoyer für sichere, kindgerechte Straßen. Davon sind wir in Deutschland nämlich noch weit entfernt.“

Was ist ein Fahrradbus und wie funktioniert das?

Die Idee für den Fahrradbus kommt ursprünglich aus dem britischen West Yorkshire und ist dort bereits 2008 entstanden. Die katalanische Metropole Barcelona hat ihn international bekannt gemacht. Dort heißen die Aktionen „Bicibús“ – die Spanier nennen ihr Fahrrad nämlich liebevoll „Bici“. Beim Fahrradbus fahren viele Schulkinder zusammen zur Schule, entlang einer festen Route und mit festen Abfahrtszeiten -  wie in einem echten Bus, nur eben auf ihren eigenen Rädern. Begleitet werden sie von Eltern in der Gruppe, oft fahren sie sogar mit Polizeischutz, damit alle sicher ankommen.

Welche Vorteile hat ein Fahrradbus?

Im Gegensatz zu einem echten Bus ist der Fahrradbus klimafreundlich und macht auch keinen Lärm. Die Fahrt in der Gruppe macht Spaß und ist gesellig, Kinder schließen neue Freundschaften, Eltern kommen miteinander ins Gespräch. Kinder lernen außerdem sicheres Radfahren, erfahren Selbstwirksamkeit und tun etwas für ihre Gesundheit. Aber ein Fahrradbus ist auch ein Aufruf an die Politik – für sichere Radwege und gute Radinfrastruktur, auf denen auch die Kleinsten bedenkenlos fahren können.

Wie sicher ist eine Fahrt mit dem Fahrradbus?

In Deutschland dürfen laut § 27 der Straßenverkehrsordnung (StVO) mindestens 16 Radfahrende in einem geschlossenen Verband auf der Straße nebeneinander fahren und eine komplette Fahrspur einnehmen. Wichtig ist dabei, dass Erwachsene die mitfahrenden Kinder vorne, hinten und zur Seite vom Verkehr abschirmen. Wer die Fahrradbus-Aktion als Demonstration anmeldet, fährt mit Polizeischutz besonders sicher. Deshalb empfiehlt der ADFC gerade in Großstädten mit dichtem Verkehr unbedingt, jeden Fahrradbus vorher als Demo anzumelden.

Wo kann ich mitmachen?

Fahrradbus-Aktionen gibt es in ganz Deutschland. In vielen Städten organisiert der ADFC die Aktionen, oft zusammen mit anderen Aktionsgruppen. In manchen Orten fährt der Fahrradbus nur zu einer Schule, in größeren Städten gibt es auch Rundtouren über mehrere Stationen. Wer selbst einen Fahrradbus organisieren will, wendet sich am besten an die jeweilige Ortsgruppe des ADFC.

Auf seiner Website hat der ADFC alles Wissenswerte zum Thema Fahrradbus zusammengestellt. Das Aktionsbündnis Kidical Mass ruft zur Organisation von Fahrradbussen im Rahmen der bundesweiten Kidical-Mass-Aktionstage im September auf. Infos zu weiteren Fahrradbus-Aktionen gibt es außerdem auf der Website von Bicibus Deutschland. Ein Interview mit den Bicibus-Initiator:innen ist bei adfc.de erschienen.

Über den ADFC

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit über 230.000 Mitgliedern die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik und Tourismus. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs.

 

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Eine Fahrradbus-Aktion in Berlin: Kinder und Eltern fahren gemeinsam in der Gruppe auf der Straße.

Copyright: Jennifer Fey

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https://dinslaken-voerde.adfc.de/pressemitteilung/aktion-fahrradbus-bringt-kinder-aufs-rad-und-sicher-ans-ziel

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

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