„Zukunft abgefahren?“ – ADFC kritisiert Duisburger ‘Radwegeprogramm’ - ADFC Dinslaken-Voerde

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Ortsverein Dinslaken-Voerde e. V.

„Zukunft abgefahren?“ – ADFC kritisiert Duisburger ‘Radwegeprogramm’

Fahrradclub fordert Nachbesserungen und mehr Personal für den Radverkehr

Der ADFC Duisburg kritisiert das von der Stadtverwaltung vorgelegte ‘Radwegeprogramm’ scharf. Zwar begrüßt der Fahrradclub, dass mit den aktuellen Vorschlägen zum Mobilitätskonzept und zum Radwegeprogramm (Rats-Drucksachen DS 24-0727/1 und DS 26-0650) endlich eine Diskussionsgrundlage vorliegt. Dem Anspruch einer „Gestaltung der Mobilität von Morgen“ wird das ‘Programm’ jedoch nach Auffassung des Vereins nicht gerecht.

„Das ‘Radwegeprogramm’ enthält zwar zahlreiche Einzelmaßnahmen, lässt aber die entscheidenden Fragen unbeantwortet: Was ist das strategische Zielbild? Und wie soll daraus ein zusammenhängendes Radverkehrsnetz entstehen?“, erklärt Lara Schartau-Engelking, Vorstandssprecherin des ADFC Duisburg.

Aus Sicht des Vereins fehlt dem ‘Programm’ genau das, was der Rat vor knapp zwei Jahren eingefordert hatte: eine konkrete Handlungsstrategie. Statt eines nachvollziehbaren Fahrplans liege eine schwer durchschaubare Maßnahmenliste vor, aus der weder ein Fahrplan noch realistische Umsetzungsperspektiven erkennbar würden. „Ein gutes Programm muss den Weg vom heutigen Zustand zum Zielnetz beschreiben. Das vorgelegte Radwegeprogramm bleibt Stückwerk. Es fehlt jede nachvollziehbare Methodik, nach der Maßnahmen ausgewählt, priorisiert und umgesetzt werden sollen“, so Schartau-Engelking vom ADFC.

Der ADFC ist nicht überrascht über die mangelnde Qualität der Vorlagen. Die Stadt selbst räumt ein, dass für den Radverkehr aktuell lediglich bis zu drei Stellen zur Verfügung stehen. Schartau-Engelking: „Mit dieser Personalstärke ist ein Radwegeprogramm nicht leistbar. Vergleichbare Städte wie Essen haben für den Radverkehr über 20 Personalstellen geschaffen. Die mangelnde Qualität des Radwegeprogramms ist letztlich der Politik zuzuschreiben und ihrem mangelnden Willen, in eine Mobilität der Zukunft zu investieren. Politisch klug wäre, sich durch Personalaufstockung im Planungsbereich Infrastruktur von Land und Bund in Höhe von bis zu 90 % fördern zu lassen. Stattdessen lassen wir Fördergelder und die Zukunft der Stadt auf Duisburgs durchlöcherten Straßen liegen.”

Für den ADFC steht deshalb fest: Das ‘Radwegeprogramm’ entspricht nicht den Anforderungen an die vom Rat geforderte konkrete Handlungsstrategie. Der Fahrradclub hat die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr daher aufgefordert, der Vorlage in ihrer jetzigen Form bei der morgigen Sitzung nicht zuzustimmen und Nachbesserungen einzufordern.


https://dinslaken-voerde.adfc.de/pressemitteilung/zukunft-abgefahren-adfc-kritisiert-duisburger-radwegeprogramm

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