
KW15-26_Titelbild © ADFC Dinslaken-Voerde, ab
KW15-26 Frühlingsfahrt zum Schloss Wittringen 62KM
Bei recht radelfreundlichem Wetter eine Tour zum Schloss Wittringen, gewürzt mit einer Einkehr in gepflegter Umgebung, mehr braucht man als Fahrer eines Drahtesels nicht.
Nach Osten – Schloss Wittringen – Kw15/26
Da sitze ich vor meinem Klapprechner und will von unserer Do-Rundfahrt, Kw15/26, berichten, was sonst Wolfgang als unser Chronist zu tun pflegt; doch er hatte nicht mitfahren und somit nicht berichten können. Also versuche ich es mal wieder wie einst:
Da weder Schneesturm, Starkregen oder orkanartige Böen zu erwarten waren, vielmehr die Sonne alles frühlingshaft erwärmte, war eigentlich mit hundert Rundfahrt-Teilnehmerinnen und Teilnehmern (= TN) zu rechnen. Es fanden sich bei der Schrottsäule am Rathaus Voerde jedoch lediglich neun gelb Bewestete ein. Doch gesellten sich in Dinslaken und an der Rotbachmühle in Hiesfeld noch weitere dazu. Letztendlich waren es 22 TN, die willens waren, mir auf ihren Zweikreisern zum Schloss Wittringen zu folgen. Was gibt es über die ersten Kilometer zu berichten? Nichts. Schon viele Male sind wir in diese oder in die andere Richtung am Rotbach entlanggefahren. Und Bemerkenswertes an den kleinen und großen Hunden, die ihre Halter bzw. Besitzer ausführten, gab es auch nicht. Am Zusammenfluss von Rotbach und Schwarzbach, wenige hundert Meter hinter Hüsken Schröer machten wir die erste Pause nicht zuletzt, um überflüssige, wärmende Garderobe abzulegen und in Packtaschen zu verstauen. Die Ursache, dass es bei der weiteren Tour einige Male zu ungeplanten Halten kam, war eine „Betriebsstörung“ bei einem der TN: Die Kette sprang ab, eine Störung die sich Dank des technischen Know-Hows von Hans als unerheblich erwies.
Hiesfelder Wald in frühlingshaftem, frischem Grün, der Heidesee, ein nunmehr idyllischer Baggersee – alles von früheren Touren bekannt und immer wieder eine Augenweide, also mehr als nur „schön“. Doch waren weder Wildsau noch ein „Scheues Waldtier“ (Rätsel: „Reh“) noch Häschen zu sehen. Sie hatten sich wohl vor uns versteckt.
Ab Grafenwald führte der Weg wieder durch dichter besiedeltes Gebiet, bis wir vom GPX-Navigationssystem sicher geführt den Schlosspark vom Schloss Wittringen erreichten. In dem Park steht ein monumentales Kriegerdenkmal, das wir schon früher einige Male umrundet hatten, nun jedoch aus einer anderen Perspektive bewundern konnten: Ergrünender Laubwald im Hintergrund und vor dem Monument ein See. 1920 wurde mit dem Bau begonnen, 1934 „eingeweiht“. Wie? Das wäre ja ganz interessant zu wissen. Im Laufe der Jahre nach dem Krieg wurde das Ehrenmal zu einem Gedenkensemble erweitert, um an alle Opfergruppen vorangegangener Kriege zu erinnern und der Verherrlichung von Gewalt und Krieg entge-genzuwirken.
Wenig später standen wir auf dem sonnenbeschienenen Schlossplatz und wurden von einer aus dem niederen Buschwerk heraus lauthals schreienden Branta canadensis, was da ist eine Kanadische Wildgans, begrüßt. Wieso diese Tiere aus Kanada sich auf dem Schlossgelände in Gladbeck breit machen, mögen Interessierte z.B. bei Google erkunden. Diese Gans und die anderen zu der Gänseschar Gehörenden stellten ihr Geschrei ein, als Anne den hinter ihr geradezu lauernden Viechern Krümel-Reste ihres Osterkuchens überließ. „Hier war doch das letzte Mal eine Hochzeit,“ sprach einer der TN. Ja, in dem Gemäuer ist nicht nur ein Restaurant, sondern auch ein Standesamt untergebracht. Das Standesamt von Gladbeck?
Die nächste Station war Bauer Wilms, nur ein paar hundert Meter durch den Wald weiter. Dort konnten wir draußen von der Sonne beschienen, auf der Terrasse uns an den weißen Tischen verteilen, miteinander kommunizieren und schon eilten junge Damen herbei, um unsere Speise- und Getränkewünsche entgegenzunehmen. Aufgrund eines früheren allgemeinen Beschlusses sollten diese Pausen sechzig Minuten dauern, Zeit genug, Kuchen, Waffeln und ähnliches genüsslich zu verzehren. Nach fünfundsechzig Minuten verließen wir die gastliche Stätte.
Von nun an ging’s gen Westen, gen Heimat an der Schöttelheide-Halde und Grafenmühle vorbei. Wo der Weg nach Nordosten abbiegt, nach km 43, machten wir noch einmal Pause, denn wir „waren ja nicht auf der Flucht“. Sobald wir in die Nähe von Hiesfeld kamen, zerbröselte die TN-Schar geradezu. Einzelne strebten auf kurzem oder anderen Wegen der Heimat zu, so dass ich am Ende allein den Ausgangspunkt der Rundfahrt nach 58 km erreichte.
Text: PDs / Foto: A.B









