
2026_Titelbild © ADFC Dinslaken-Voerde, wb
KW27-26 Fahrradsternfahrt Ruhr 2026
Am 04.07.2026 trafen sich rund 20 Radelbegeisterter aus Voerde, Dinslaken und Umgebung, um bei feinstem Fahrradwetter an der Fahrradsternfahrt 2026 in Duisburg teilzunehmen. Dazu einige Gedanken von Peter D. und einige Bilder vom Tag.
Sternfahrt nach Duisburg
Was eine Fahrt zu einer Sternfahrt macht, weiß ich nicht. Das ist auch nicht so wichtig. Mit dem Stern einer Automarke hatte das jedenfalls nichts zu tun. Wir ADFC-Menschen und ein paar andere radelten also im Rahmen der oben genannten Aktion, heute „Event“ genannt, nach Duisburg und folgten dem Vorfahrer Martin. Er wie auch ich saßen auf Schleich- oder Simpel-Rädern und waren zusammen um die zwanzig Personen. Warum ich das nicht genau sage? Wir hatten keine TN-Liste zu führen, weil das eine außerordentliche ADFC-Aktion oder Demo war, an der wir als Demonstranten teilnehmen wollten. Da führt man natürlich keine Listen. Schon einer möglichen staatlichen Überwachung durch den Verfassungsschutz wegen nicht.
Eine solche überregionale Demo für Fahrradfahrende müsste an einem Samstag mit moderaten Temperaturen alle ADFC-Begeisterte vom ADFC-DIN-Voerde zum Mitmachen geradezu nötigen. Immerhin fanden sich bis um 10.15 h am Rathaus in Voerde zwölf, dreizehn Radlerinnen wie Radler ein, von denen einige einer Zeitungsmitteilung folgend gekommen waren. Auch sie wollten mit demonstrieren: Wir wollen …. Ja, was denn? Wir sollten es am Zielort genau erfahren.








Zu der zunächst doch recht kleine Schar gesellten sich an den einzelnen Stationen wie etwa Bahnhof Dinslaken, Friedhof Aldenrade oder Rathaus Hamborn noch weitere Velocipedisten dazu. In weiser Voraussicht hatte der Vorfahrer auch einen Halt am Landschaftspark vorgesehen, wo Mann wie Frau Toiletten aufsuchen konnte. Von da aus ging es stracks zum Ludgeriplatz, auf dem alle zusammenkommen sollten. Und sie kamen aus der ganzen Umgebung, aus Essen, Dortmund, Gelsenkirchen und anderen Orten, sogar aus Holland per Rad, versteht sich. Ein Redner auf der Rednertribüne begrüßte mega-lautstark auch uns, die Radler aus Dinslaken/Voerde. Unsere gelben ADFC-Westen machten uns als Gruppe unübersehbar!
Es war noch eine Stunde Zeit bis zu der geplanten Rundfahrt durch die Stadt Duisburg. Diese Zeit nutzten Redner und Rednerin, zu erklären, wofür man demonstriere, warum Radfahren gut sei, sprach von schlechten Radwegen, kurz: Er wie sie trugen „Eulen nach Athen“, sie blubberten technisch-akustisch ins fast Unerträgliche verstärkt mithin Altbekanntes daher. Auch die Bürgermeisterin, war’s eine Vertreterin?, wusste nichts Neues zu sagen, was Hörende hätte vom Sitz bzw. Sattelreißen können. Oder saßen die Auto fahrenden Entscheidungsträger der Stadt Duisburg von ihren Worten zu Tränen des Mitleids gerührt unter den Anwesenden? Wohl kaum. Zwischen den Wortbeiträgen lärmte irgendwelche Musik, so dass man sich kaum unterhalten konnte. Diverse Buden boten an, was Hunger und Durst stillt. Und dann war es 14 Uhr. Die 20-km-Rundfahrt durch Duisburg begann pünktlich. Irgendwie hatte sich ein Lindwurm aus Fahrradfahrern gebildet. Es mögen 1000 oder mehr gewesen sein, die sich auf einmal langsam, total entschleunigt in Bewegung setzten.
Als Gruppe zusammen fahren konnten wir allerdings nicht. Mal war dieser, mal jene vor mir oder neben mir, mal ging es ganz zügig, mal musste man sich im Langsamfahren üben oder ganz stehen bleiben. Das war der Fall, wenn die Fahrbahn schmaler wurde und der Tross sich durch einen Engpass quälen musste. Weit vorn erkannte man den Anfang des „Lindwurmes“, wenn es in eine andere Richtung ging, in eine Querstraße; das Ende war erst richtig sichtbar , als es hinter der „Homberg-Brücke“ auf der Gegenfahrbahn zurückging. Einige mit „Heulbojen“ und leistungsstarken Verstärkern ausgerüstete Mitradler verursachten irgendwelche Rhythmen abspielend eine überaus lästige, fast unerträgliche Geräuschkulisse.










Polizei auf Motorrädern mit Blaulicht hielten Kreuzungen frei, Ordner fegten mit Elektrorädern in sehr unterschiedlichen Ausführungen an dem Tross rechts oder links vorbei, um irgendwo auf Straßenbahnschienen hinzuweisen oder Zufahrtsstraßen abzusperren. Probleme bereiteten Fußgänger-Überwege: Die Fußgängermassen, es war ja Samstag, kamen oft nicht durch die dicht hintereinander fahrenden Radler. Nur den Sportlichen unter ihnen gelang es da, die andere Straßenseite zu erreichen. Zugegeben: Von der Stadt selbst sah man kaum etwas. Das Fahrrad-Gewusel forderte volle Aufmerksamkeit.
Um 16.10 h traf die Masse planmäßig nach den 20 km wieder auf dem Platz ein, von dem aus man gestartet war. Per Lautsprecher wurde die Veranstaltung offiziell mit den üblichen herzlichen Dankesworten und guten Wünschen für beendet erklärt.
Wir vom ADFC DIN-Voerde versammelten uns wieder um den Vorfahrer. Es ging zurück in die Heimat. Auf dem Deich bei Beeckerwerth blies uns dann der Wind derart entgegen, dass ich als Schlussfahrer auf meinem Schleichrad den Anschluss an die vor mir Strampelnden verlor. Auf anderen Wegen strebte ich nun allein gen Voerde, als mich kurz vor Dinslaken überraschenderweise die von mir Verlorenen einholten. Sie waren eben eine andere Strecke gefahren. War sie länger? Wohl kaum. Sie hatten, so sprach der Vorfahrer, eine längere Pause gemacht. Offenbar sind alle wieder heil und ganz zu Hause gelandet. Gegenteiliges habe ich nicht gehört.
05.07.26 - PDs
Text: pds
Bilder: lk + uw
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