
KW39-26_Titelbild © ADFC Dinslaken-Voerde, wb
KW36-26 Wölfchens Mondscheinfahrt 52KM
Es sollte eine kleine Fahrt mit einer Handvoll Teilnehmenden werden. Und plötzlich waren wir zu zehnt, um den Dämmerwald unsicher zu machen. Immerhin war der Abend ein voller Erfolg: bestes Wetter, Vollmond, Hirsch-Geröhre und eine nette Einkehr.
In diesem Jahr habe ich zum ersten mal die Führung dieses Nachtfahr-Klassikers von Peter übernommen. Daher wurde aus “Peterchens Mondfahrt” nun “Wölfchens Mondscheinfahrt”. Die Verpackung hat sich geändert, aber der Inhalt bleibt gleich.
Nach erfolgreichem Abgleich des Brunft-Verhaltens der heimischen Hirsche und der aktuellen Mondphase wurde der 25.09.26 als der ideale Tag für die Abendtour auserkoren.
Pünktlich um 19:00 Uhr ging es dann auch am Voerder Rathaus los, mit 8 Teilnehmern im Gepäck. Der Himmel war wolkenlos und die Temperatur noch angenehm. Das erste Zwischenziel war der EDEKA-Markt in Drevenack, wo wir kurz vor 20:00 Uhr eintrafen. Dort wurden wir von zwei weiteren Nachtaktiven erwartet. Mittlerweile war es recht dunkel geworden, so dass wir nun mit einer 10-köpfigen Gruppe auf die Reise in den Dämmerwald gingen. Zuerst fuhren wir in nordöstlicher Richtung vorbei am Campingplatz Wachtenbrink und nach einer Linkswende nordwärts. In Höhe der Lühlerheide wurde rechts abgebogen und etwas später wendeten wir uns nach links in Richtung Gasthof Pannebäcker. Wohlgemerkt alles bei fast perfekter Dunkelheit, denn der Mond stand in voller Pracht am wolkenlosen Firmament.
Kurz hinter Pannebäcker ging es dann in den Dämmerwald hinein. Nach etwa 2,5 Kilometern erreichten wir den Jacobsbrunnen, dem Ziel unserer Fahrt. Nachdem alle Beleuchtungseinrichtungen abgeschaltet waren und die Gespräche verstummt waren, konnten wir uns auf die Lauschsuche nach den Hirschen machen. Und tatsächlich fing nach kurzer Zeit ein deutliches Röhren in der Umgebung an. Wir horchten noch ein wenig den Gesängen dieser gehörnten Burschen und machten uns dann so langsam auf den Weg nach Schermbeck. Aber kurz nach dem Start der Weiterfahrt wurde es dann so richtig laut, so dass wir noch auf dem Weg einige Zeit inne gehalten haben. Offenbar standen wir im Kreuzungspunkt dreier Hirsche, die sich im Wald lautstark “unterhalten” haben. Zumindest einer davon war wohl nicht allzu weit von uns entfernt.
Wir haben noch ein wenig weiter gelauscht, aber dann war es auch genug und wir machten uns geschwind auf den Weg aus dem Wald heraus. Das waren aber auch noch gut drei Kilometer durch die stockdunkle Gegend. Aber dank moderner LED-Technik waren unsere Fahrradscheinwerfer ordentlich hell, so dass uns kein Missgeschick widerfahren ist.
Nach einer Weile konnte man schon die erste Straßenlaterne erkennen: Willkommen in der Zivilisation!
In Schermbeck angekommen, passierten wir den Ortskern und fuhren zügig weiter nach Süden bis zur Gaststätte “Ramirez”. Obwohl man dort bereits mit der Schließung liebäugelte, konnte wir dennoch einkehren und unsere Erlebnisse runterspülen. Vielen Dank an die Bewirtung des Ramirez für die flexible Gestaltung der Öffnungszeiten! Immerhin hatten wir uns durch die zwei Stopps im Wald ordentlich verbummelt.
Nach einer Dreiviertelstunde wurde zur Abfahrt mit vorhergehendem Austrinken gerufen, und so machten wir uns auf das letzte Stück unsere Nachtfahrt. Wir fuhren nach Süden, hinein in den Hünxer Wald und dann in südwestlicher Richtung nach Bruckhausen. Vorbei ging es dabei an der Gaststätte Schwarzdrossel und im weiteren Verlauf am Rastplatz an der Bottenkämper-Deponie. Glücklicherweise hatte fast der gesamte Weg ein wenig Gefälle, so dass wir ganz bequem durch die Vollmondnacht rollen konnten.
Am “Witte Hus” bogen wir in Richtung Dinslaken ab und ließen uns bis Bruckhausen rollen. Dort ging es rechts ab auf den Sternweg, von wo wir dann nach links auf den Voerder Weg abbogen. Mittlerweile hatten sich bereits einige Mitfahrende verabschiedet, um die heimatlichen Gefilde direkt anzufahren. An der B8 in Voerde angekommen, löste sich die Gruppe dann vollends auf und jeder zog nach einer erlebnisreichen Abendtour in stockdunkler Nachtstunde seines Weges.
Man kann durchaus sagen, dass wir in diesem Jahr bei der Tour mächtig Glück gehabt haben. Wie schon eingangs erwähnt, waren die Randbedingungen ideal und die Herren aus der Hirsch-Fraktion ließen sich auch nicht lumpen. Nicht zu vergessen das Ramirez, wo wir noch den abendlichen Absacker nehmen konnten. Hoffen wir mal, dass es im kommenden Jahr wieder so gut läuft.
Viele Grüße
Wolfgang
Text: wb Bilder: ws + wb
































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