KW23 2023 - Xanten. Ihr ollen Römer könnt einpacken, denn die Gelbwesten kommen!
Heute zog es uns nach Xanten, direkt zur Fronleichnamskirmes in der Innenstadt. Hier steppte der Bär!
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
die heutige Tour war gekennzeichnet von einigen Abweichungen der sonst üblichen Routine. Das fing schon damit an, dass Peter heute und in den kommenden Wochen leider nicht den Vorfahrer machen kann. Er hat im nahen Osten, genauer gesagt in Jerichow, einiges zu tun.
Um den Tourbetrieb an den Donnerstagen aufrecht zu erhalten, hatten bei dem Planungsgespräch am 05.06.23 Heinz-Dieter, Harald und ich als Ersatzleute die Hand gehoben. So kam es, dass mir das Vergnügen zuteil wurde, bei der Fronleichnamstour voraus zu fahren.
Peter hat mir noch aus seinem Fundus die Daten der heutigen Ausfahrt geschickt. Die wird so manchem bekannt vorkommen, weil wir sie schon mal vor einiger Zeit gefahren sind. Aber egal, 68 Kilometer am flachen Niederrhein, was soll schon schief gehen!
Los ging es halbwegs pünktlich gegen 10:00 Uhr an der Schrottsäule in Voerde. Erfreulicherweise hatten sich etwa 10 Mitfahrer:Innen eingefunden. Auch Peter kam noch kurz vorbei, quasi um den Stab an mich weiter zu reichen. Nach allgemeiner Verabschiedung hat er sich dann gen Osten auf die erste Etappe gemacht.
Wir sind auf den allgemein bekannten Schleichwegen in Richtung Wesel geradelt. Am Lippeschlösschen warteten schon einige Mitstreiter, die sich der Gruppe angeschlossen haben. Kurze Zeit später haben wir nach der Rheinquerung noch einen „Weselaner“ aufgegabelt, so dass die Gruppe nun komplett war. Am üblichen Ort auf dem Rheindeich wurde kurz angehalten, damit wir einerseits die Buchhaltung erledigt bekamen und uns andererseits ein wenigerfrischen konnten.
Dann ging es aber wieder munter weiter. Über Perrich und Werrich führte unser Weg geradewegs zum Naturforum Bislicher Insel. Da bereits 18 Kilometer auf dem Tacho standen, wurde eine kleine Pause eingelegt.
Die Frage eines Mitfahrers nach den Toiletten wurde mit einem Hinweis auf das recht dezent untergebrachte Schild beantwortet. Das Beweisfoto liegt im Downloadbereich.
Nach ca. 10 Minuten stiegen alle wieder auf ihre Räder, schmissen die Motoren an (jedenfalls zum Teil) und machten die Straße zu ihrem Revier.
Zunächst rollten wir 2 Kilometer bis zur Fährstation Bislicher Insel. Danach bogen wir auf den Augustusring nach Beek ein. Die ollen Römer lassen grüßen.
In diesem Moment kam Karl-Heinz als ortskundiger Fahrer ins Spiel. Da ich die Tour nicht vorab gefahren bin, habe ich mich zunächst einmal auf die Navi verlassen. Allerdings war genau auf unserem Kurs eine Baustelle mit Sperre und allen drum und dran eingerichtet worden. Daher nahm der Vorfahrer (ich) gerne seinen Vorschlag an, alternativ über der Varusring den Anknüpfungspunkt an die ursprüngliche Tour anzufahren.
Gesagt, getan, schon waren wir wieder auf dem rechten Weg. Bei Kilometer 24 geschah aber dann das Unfassbare. Die kleine Ballhupe, die uns heute fröhlich trötend aus den Pausen aufs Fahrrad posaunt hatte, hüpfte bei einem Schlagloch frech aus dem Körbchen auf meinem Frontgepäckträger. Sie landete natürlich genau vor dem Rad eines Mitfahrers, der keine andere Wahl hatte als das Ding zu überfahren. Ein klägliches „trööt“ war das Letzte, was die Hupe von sich gegeben hat.
Bei Kilometer 26 wurde kurz am Freizeit-Zentrum-Xanten (FZX) angehalten, um das dort vorhandene Toilettenangebot zu nutzen.
Danach fuhren wir den Weg am Ostufer der Xantener Nordsee, über Vynen nach Marienbaum. Dort nahmen wir die Fahrrad-Autobahn nach Xanten. Ich nenne diesen Weg mal so, weil er ca. 6 Kilometer annähernd schnurgerade und auf glattem Asphalt direkt nach Xanten führt. Dort trafen wir dann nach ca. dreieinhalb Stunden und 40 Kilometern ein. Ein lauschiges Schattenplätzchen für die Drahtesel war schnell gefunden und die Gruppe wurde in die große Pause entlassen.
Just an diesem Tag fand in Xanten die Fronleichnamskirmes statt. Die Stadt war knallvoll. Man könnte sagen, dort steppte der Bär. Aber wenigstens war es nicht schwer, etwas fürs leibliche Wohlbefinden zu bekommen.
Nach rund einer Stunde war es aber vorbei mit der Pause. Bei mittlerweile bestem Sonnenwetter wurde die nächste Etappe in Richtung Heimat eingeläutet. Der Start war zunächst holprig, weil wir noch mit unserem Tross den Weg so einiger Kirmesbesucher kreuzen mussten.
Aber dann ging es schon zügiger voran. Bis, ja bis Birten. Denn dort erwartete uns dieser fiese lange Aufstieg auf den Fürstenberg, der mit seinen 75 Metern schon ordentlich an der Kondition knabberte. Was habe ich eingangs geschrieben? 68 Kilometer am flachen Niederrhein. Von wegen!
Das Schöne ist ja, dass es nach dem Aufstieg meistens wieder bergab geht. Darum rollten wir ohne Mühe vorbei an Victors Lager und der Arena Campestris nach Birten hinein. Von dort aus ging es durch das Jägerfeld und vorbei am Galgenberg (34 Meter) in Richtung Winnenthal.
Kurz darauf passierten wir Menzelen-Ost und den Freizeitsee Menzelen. Dort wurde bei Kilometerstand 52 die letzte Pause am Fuße einer Windkraftanlage eingelegt.
Nachforschungen haben ergeben, dass der Propellerdurchmesser dieses Windrades bei 82 Metern liegt. Die Turmhöhe dürfte im Bereich von ca. 98 Metern sein. Leider habe ich trotz aller Bemühungen nichts genaueres herausgefunden. Das nächste Mal müssen wir einen Zollstock mitnehmen.
Nachdem diese Pause vorüber war, radelten wir über Büderich auf den Rheindeich. Bei bestem Gegenwind ging es vorbei am gut gefüllten Lokal „Wacht am Rhein“. Dort erwischte es einer Mitfahrerin, deren Pedelec mit der Stromversorgung knauserte. Erfahrene Mitfahrer haben dann den Akku aus der Halterung gezogen und mit Schmackes wieder reingeschoben. Alles wieder in Ordnung!
An der linksseitigen Brückenrampe wurde die Tour „offiziell“ beendet, einige Mitfahrer verabschiedeten sich in Richtung Heimat. Der Rest der Gruppe überquerte die Rheinbrücke und fuhr durch die Lippeauen nach Voerde zurück. Nach und nach scherten die Teilnehmer dem Heimtrieb folgend aus, so dass nur noch vier Leute in Voerde ankamen.
Insgesamt empfand ich diese Fahrt als recht entspannend, nicht zuletzt, weil mich der eine oder andere Tippgeber super unterstützt hat. Danke dafür!
Besten Dank an Anne für das Hinterherfahren. Du hast die Horde erfolgreich vor Dir hergetrieben.
Dir, liebe Leserin und lieber Leser, danke ich wieder einmal für Deine Ausdauer, dass Du diesen Bericht bis zum Schluss gelesen hast.
Viele Grüße von den „Fahrtenschreibern“
Wolfgang & Gina