
KW30-26_Titelbild © ADFC Dinslaken-Voerde, wb
KW30-26 Fahrt nach Wulfen 80KM
Eine Tour von 80 Kilometern Länge - genau das Richtige für den ambitionierten Freizeitradler! Dazu noch unter höchstkompetenter Führung von Peter D., was soll da schon schief gehen?
Nichts Besonderes – kein Känguru
Rundfahrt nach Wulfen – Kw 30/26
Erzählen will ich von und über die Rundfahrt am Do.30/26. Wenn Du dabei warst, kannst Du hier schon aufhören zu lesen, denn das Folgende ist mit Neuigkeiten oder Überraschendem bei weitem nicht so gesättigt, wie das vermutlich ein Reisebericht z.B. durch Finnland oder Serbien sein würde. Was ich hier notiere, ist eher langweilig, zudem subjektiv aus dem Blickwinkel eines Vorfahrers, und der war ich.
Wie gewohnt trafen sich Mann wie Frau im Schatten der den Markt in Voerde zierenden Schrottsäule. Bei der recht angenehmen Witterung hatte ich mit hunderten gelb bewesteten Radellustigen gerechnet. Es waren jedoch nur ein paar, zu denen sich am Witten Hus noch drei Radler hinzugesellten. Dreizehn Personen waren wir letztendlich. So wenig wegen der Ferien? Der Weg mit 80 km zu lang? Weil zu langsam? Darüber zu spekulieren ist müßig; jedenfalls kein Glatteis oder wolkenbrüchige Wetterprognose.
Natürlich sind in der Regel die ersten Kilometer Weg allen so vertraut wie einem Piloten, sage ich mal, die Startbahn von Düsseldorf oder Heathrow. Wie gesagt am Witten Hus ging es vorüber, am Meesenhof vorbei zur Giftmüllhalde von Hünxe-Schermbeck, auf der 30000 Ölpellets „entsorgt“ wurden. Und dort bei der Halde hielten wir an, nicht des Mülls wegen, sondern „weil wir dort immer halten“. Nun hatte mich jemand unterwegs darauf hingewiesen, dass mein Hinterrad zu luftarm sei. Hier, an diesem Ort standen nicht nur Bänke und Tische , wo Radlerin wie Radler ihr Wurstbrot und Radlerkotelett (Banane) verzehren konnte, sondern auch eine Fahrradreparatur-Säule mit Pumpe. Also pumpte ich meinen Reifen bis 2,5 bar auf. Ebenso musste Annes Rad „aufgeblasen“ werden. Hatte ich mich allein mühen müssen, umringten, kaum dass das Problem bei ihrem erkannt und formuliert war, die „Sachverständigen“ für Ventil-, Schlauch- und Pumptechnik ihr Rad. Nach ausführlicher Fallanalyse erfolgte die Pumpaktion. Die Befürchtung der Besitzerin, die Hilfsbereiten kämen mit dem Französischen Ventil nicht zurecht und sie müsse nun das Rad 15 km nach Hause schieben, erübrigte sich.












Von hier aus ging es nach Gahlen, wo wir erst vor kurzem zu einer Planscherei in einem Kneipp-Tretbecken gewesen waren. Am Kanal entlang weiter radelnd kamen wir an der Restauration vorüber, bei der wir damals Einkehr gehalten haben. Auch die weitere Strecke dürfte den meisten bekannt gewesen sein: Holsterhausen, am Blauen See entlang, eine Strecke, die wir schon einige Male zu fahren pflegten, wenn es zu den Störchen ging. Auf dem Weg passierten wir eine kleine Stehle, an der wir kurz anhielten. Sie erinnert an 70 Soldaten, die im März 1945 dort bei einem Fliegerangriff ums Leben kamen; hier gab es ja bis 1962 eine Bahnverbindung Wesel-Haltern. Unser Weg führte am Munitionsversorgungszentrum Wulfen vorüber zum Ort Wulfen.
Den Mitradlern hatte ich etwas über die Geschichte Wulfen und dem Ortsteil Borkenberge erzählt, hatte versucht einen ADFC-Menschen aus dem Ort zu erreichen, der mehr und Fundierteres darüber gewusst hätte. Damit hatte ich leider keinen Erfolg. So führte ich die mir Folgenden etwas ziellos durch den Ort, der eine interessante Entstehungsgeschichte hat. „Ein guter Vorfahrer,“ so sprach ich zu ihnen, als wir EDEKA zur Einkehr erreicht hatten , „muss immer so tun, als ob er/sie den Weg kennt!“ „Dawammaschon“, murmelten einige. In der Tat, das könnte vor drei, vier Jahren gewesen sein, übrigens eine Formulierung, die ich immer wieder gehört habe, wenn ich von meiner Türkei-Tour erzählte: Ja, dawammaschon.












Nun ging es wieder gen Westen, gen Heimat. Zugegeben: Unbekannte Waldwege schienen es zu sein. Doch wenn man von B nach A fährt, sieht bekanntermaßen alles anders aus, zumal wir so oft mit dem Fahrrad hier nicht unterwegs sind. Gut dass es ein Navi gibt. Auf dem Weg kamen wir an der Aussichtskanzel vorbei, von der aus man zu gewissen Tages- oder Jahreszeiten Hirsche, Rehe und andere Getier beobachten kann, wie die Besucher dieses Ortes einem Schild entnehmen konnten; mit Sicherheit aber keine Kängurus oder Giraffen, wie einer der Mitradler wohl sehr richtig feststellte.
Schermbeck umfahrend kamen wir im Dämmerwald in die Nähe des Jakobsbrunnen und schließlich auf die oben schon erwähnte Bahntrasse, die ja heute als Radweg ausgebaut ist. Auf diesem erreichten wir Drevenack. Die Gruppe löste sich dort auf, wie einst die von mir schon früher einmal erwähnte Gruppe zehn kleiner Menschen afrikanischer Herkunft. Die einen zog es auf kürzestem Weg nach Dinslaken, Friedrichsfeld oder Wesel, während ich den Ausgangspunkt der Rundfahrt nunmehr mit nur noch einem Teilnehmer gegen 17.30 Uhr erreichte.
PDs 24.07.26
Text: pds
Bilder: ab + hz
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