Tourenbericht

Dämmerwald kreuz und quer © PDs

Regen und „die halbe Miete“ - 34.KW 2021

 

Die morgendliche Frage ist donnerstags immer, wie wird’s Wetter. Die Wetter-App ist nicht so ganz zuverlässig, der Hahn auf dem Mist schon gar nicht. Vielleicht gibt es den daher überhaupt nicht mehr.

 

Das Wetter sei, so sagt man ja oft, beim Radfahren „die halbe Miete“, was genau genommen Unsinn ist, aber trotzdem weiß jeder der Sprache Kundige, was gemeint ist. Mit der „halben Miete“ war am Do. der 34. Kalenderwoche zunächst nix. Es fieselte. Trotzdem hatten sich einige am Rathaus in Voerde versammelt. Ihnen verkündete ich um 9.59 Uhr, dass ich mit meinem Schleichrad den Vorfahrer machen wollte, über Schermbeck zu fahren gedächte und dann den Dämmerwald zu durchqueren vorhätte. Eine Einkehr sei erst im Cafe Lühlerheide vorgesehen, da die näher gelegenen gastronomischen Betriebe geschlossen seien.

Nach dieser, nicht gerade spannenden Information begab ich mich mit den Fol- lowers (ich nehme mal Wort aus dem Englischen, das klingt moderner, gemeint: „Hinterherfahrer“) auf den Weg, auch auf einen erst kürzlich von mir erstmalig befahrenen mit Strubbelgrad 3. Doch vorher hatten wir uns während eines län- geren Stopps des zunehmenden Regens wegen mit entsprechender Schutzklei- dung angetan, die wir alsbald aber wieder für die ganze Tour ablegen konnten; die Wolkendecke riss auf, Sonnenstrahlen wärmten uns hin und wieder.

Am Witten Huss vergrößerte sich die Schar der Followers auf 16 Personen. Nun bildeten wir einen „Verband“ (s. „Weine nicht ...“ 31.Woche). Meine Rede wie- derholte ich und wies darauf hin, dass die nächste längere Pause in Schermbeck am Teich vorgesehen sei. Wenige Klometer weiter gäbe es eine Gelegenheit, nicht einzukehren, sondern nur Fisch bei Fisch-Bruno zu kaufen.

Nun radelten wir auf Wegen, die wir schon viele hundert Male gefahren sind durch Wald, an der Giftmüll-Halde vorbei, warfen einen Blick auf die verschlos- sene „Schwarzdrossel“-Kneipe. Eine Ansammlung von PKW und Personen ließ mich ein Stück weiter anhalten. „Treibjagd?“ Nein, man sei wegen der in der Nähe weidenden Schafe hier. Näheres erfragte ich nicht. Und da entdeckten ei- nige von uns den allbekannten Schäfer Mike in der Gruppe.

Nach 13 Minuten Pause an dem erwähnten Teich passierten wir ein Wildgehege mit Dammwild, kamen dann zu „Fisch-Bruno“, um nach der „Shopping-Pause“ in den 1.400 ha großen Dämmerwald zu gelangen. Eichen- und Buchenwald gibt es dort, dazwischen Waldwiesen, an denen wir vorüber fuhren. Dort kriegen sich in der Brunftzeit möglicherweise die hier angeblich in großer Zahl lebenden Hir- sche in die Wolle, nein, in die Hörner oder schreien herum, wenn WIR NICHT da sind. Das heißt, dass, wenn wir „Peterchens Mondfahrt“ veranstalten, sie sich entweder schweigend in die Haare kriegen oder warten, bis wir im Fuchsbau zum Trunke oder Schmausen verschwunden sind.

Zurück zur Rundfahrt: Nach einige Kilometern bat ich die Followers anzuhalten, stehen zu bleiben, die bis dahin gepflegten Gespräche zu unterbrechen und ei- nen Moment lang die Stille des Waldes zu hören. Kein Lüftchen wehte, kein Blatt bewegte sich, kein Mäuslein huschte raschelnd durchs Laub, erst recht stapfte keine Wildsau durchs Gehölz. Die Gesangssaison der Waldvögel war au- ßerdem längst vorüber. So herrschte auf einmal ungewohnte Stille. Doch bevor es zu psychischen Fehlreaktionen kommen konnte, setzten wir nach einer klei- nen Weile die Fahrt fort, nun wieder begleitet von lebhaftem Gedankenaus- tausch. Nach einer Pause an einer Wegkreuzung im Wald ging es weiter zum Lühlerheim, dessen Café, wie auf einem Schild zu lesen geöffnet war.

Hier nun stand Einkehr an. „Eine Stunde!“ verkündete ich, in der sich jede*r Ku- chen oder Suppe reinziehen (ugs: „verzehren“) konnte. Letztere wurde jedoch mit Verzögerung gebracht und war, wie man mir dann sagte, sehr heiß, so dass eine Stunde Pause nicht reichte. Das erfuhr ich jedoch nicht als eindeutige An- sage und blies daher, des ungeachtet, einigen zum Verdruss, zwanghaft wie ich nun einmal strukturiert bin, zum Aufbruch.

In Drevenack löste ich den „Verband“ auf, verabschiedete hier schon diejenigen, die von hier aus oder wenig später auf anderen Wegen nachhause zu fahren pflegen. Zwei Tn hatten es sehr eilig gehabt und waren schon vorher davonge- rast. Nach 65 km erreichte ich vor der zu erwartenden Regenschauer um 16.45 Uhr den Ausgangspunkt unserer Rundfahrt.

 

alle Themen anzeigen

Verwandte Themen

Start am Altmarkt

Rhinitis und Isomie 44.KW - 2022

Gedanken eines Zurückgebliebenen

Irgendwo Unterwegs

Hinterherfahrer 27.KW - 2022

In der 27. Kalenderwoche 2022 war ich Hinterherfahrer. Sonst bin ich oft der Vorfahrer, früher ADFC-lizensierter …

Poller im Bergpark

Poller und Umlaufsperren

Die Stadt Dinslaken hat diverse Poller und Umlaufsperren unter der Lupe genommen, um Verbesserungen vorzunehmen, damit…

FFF - Eine Demo - nicht in Voerde!

FFF ist in unserem Städtchen Voerde noch nicht angekommen. Da gibt es noch keine Aktionen wie in einigen anderen Städten…

Ostermann Bottrop

Mit dem Rad nach Ostermann - 45.KW 2021

Mit dem Rad nach Ostermann, oder auch nicht

Uebergabe_Urkunde_Stadtradeln_2020

Stadtradeln 2020 - Urkunden-Übergabe

Der Umweltbeauftragte der Stadt Voerde Simon Bielinski überreichte dem ADFC Dinslaken-Voerde e.V. drei Urkunden, die das…

Klostergarten Kloster Kamp in Kamp-Lintfort

Kloster Kamp

Nach 27 km war Boxenstopp auf dem Gelände des Klosters. Neben dem Wind, der alle coronaischen Ärosole, so vorhanden,…

Teilnehmer*innen Radtour zum Pröbstingsee

Bericht - Radtour: Pröbstingsee

Merkel Wetter und Irritationnen

Radeln im Novembernebel

Radeln im Novembernebel - 44.KW 2021

„….aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar“. Bekannt? Am Donnerstag der 44. Woche war das ziemlich anders, nein…

https://dinslaken-voerde.adfc.de/artikel/tb2134kw-regen-und-halbe-miete

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

    weiterlesen

  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

    weiterlesen

  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

    weiterlesen

  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

    weiterlesen

  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

    weiterlesen

  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

    weiterlesen

Bleiben Sie in Kontakt