Pannenhilfe

Pannenhilfe © ADFC Dinslaken-Voerde

Keine Kunstbanausen aber Pannenhelfer 30.KW - 2022

Start war wie gewöhnlich an der Schrottsäule vor dem Rathaus in Voerde. Wenn immer wir starten, sind es ja zunächst oft befahrene Wege, wie auch ein Flugzeugpilot zum Beispiel die 3000m Start- und Landebahn vom Düsseldorfer Flughafen kennt.

Was rechts oder links an der Fahrbahn zu sehen ist, kennt man: Schützenhalle, ehemaliges Anita-Thyssenheim, an der Brücke über die Autobahn Drängelgitter, deren Sinnhaftigkeit nicht ersichtlich ist, und so weiter.  Wir überquerten an der Schleuse den Kanal, schlängelten uns durch die Brückenbaustelle und kamen schließlich in Drevenack an, wohin man, wie auf einem Schild am Ortseingang zu lesen ist, mit Sack und Pack gehen sollte. Mithin: Alles schon hundert mal gesehen, nichts Neues.

Dort an dem Einkaufszentrum des Ortes vergrößerte sich die Gruppe auf sechzehn Personen. NN1 hätte die siebzehnte sein können, war aber nur da, um uns, in großer Verbundenheit, zu sehen und dann wieder umzukehren. Eine überstandene Erkrankung war noch nicht auskuriert. So setzten wir die Rundfahrt fort, pünktlich wie der Tourenleiter (TL) es angekündigt hatte, um 11.30 Uhr.

Marienthal war der erste Halt.  Vor der Kirche, die zu dem Karmeliterkloster gehört, wusste der TL einiges zu sagen, fand jedoch nicht die gebührende Aufmerksamkeit aller. In der fünfzehn minütigen Pause gelang es ihm bedauerlicherweise nicht, bei den Begleitenden kulturelle Neugier wecken, so dass alle eilends davon gelaufen wären, Kulturelles zu betrachten oder zu bedenken. Sind Radler nun Kulturbanausen, könnte man fragen. Mitnichten. Frau wie man waren vermutlich früher schon ein- oder mehrere Male hier gewesen, hatte von kultureller Neugier getrieben bereits das gesehen, was von Interesse war oder ist. So war das eben ein ganz normaler Stopp vor einem an und für sich kulturell interessanten Bauwerk.

Die umliegende Gastronomie, Lampenscheune, die Modegeschäfte in dieser kleinen Siedlung waren wohl ebenfalls allen bekannt. Doch wir befanden uns nun auf einer Rundfahrt, deren Wendepunkt der Pröbstingsee sein sollte. Und bis dahin waren es noch einige Kilometer.

Zugegeben: Ich war auf einmal orientierungsloser Hinterherfahrer: „Der TL fährt vorn‘weg / und alle freu’n sich sehr / denn keiner braucht mehr nachzudenken / man radelt hinterher“ *. So etwas kann ich genießen: Gucke umher, versuche mich zu erinnern, ob ich schon einmal hier war, erkenne dieses und jenes oder auch nicht; fahre eben „meditativ“, wie NN1 nach eigenem Bekunden auch sein Fahrrad zu putzen pflegt. Die Kommunikation miteinander muss und kann nicht in die Tiefe gehen, kann nicht, wenn etwa eine stark befahrene Straße zu überqueren ist, reißt ein Gesprächsfaden in der Regel ab.

Auf einmal sind wir denn da, am Pröbstingsee bei Borken, einem See, der bis zu 2 m tief sein soll und an dessen Ufern Kletterwald und Spielplätze mit allem was dazugehört, Menschen aus der Nähe und Ferne, wie uns, anlockt. Nein, wir hatten nicht vor, uns wie die Affen von Baum zu Baum zu schwingen, sondern nur Pause zu machen, so etwas zu „chillen“, wie man heute zu sagen pflegt. Nach fünfzig Minuten solle es weitergehen, gen Süden, ordnete der TL an. Aber es kam anders.

Ein junge Dame, bildschön von Ansehen, wandte sich, ein voluminöses, elektrifiziertes Querfeldein-Fahrrad schiebend, an ihn, wohl weil er, wie die meisten von uns, ein ADFC-Sicherheitswestchen trug. Sie habe, so sprach sie wohl, „vorne einen Platten“. Ob er ihr helfen könne. Wie heißt es bei BadenPowell für die Pfadfinder? „Jeden Tag eine gute Tat!“. Und da sollen wir als

ADFC-Menschen zurückstehen?  „Never“ (= niemals)! Der TL fischte aus seinem Gepäck einen Ersatzschlauch, geht zur Radlerin und schon eilen nahezu alle ADFC-Menschen hilfsbereit, sach- wie fachkundig herbei. Was soll ich beschreiben, was nun abläuft! Fahrrad umdrehen, Magura-Bremsen lösen, Loch im Schlauch suchen und so weiter. Fahrrad wieder fahrbereit. Die Dame mit Familie und Freundinnen sind, wie sich versteht, voll des Dankes und werden den ADFC Dinslaken-Voerde in guter Erinnerung behalten. Was wollen wir mehr! 

Was dem TL aber nicht gelungen ist, dass wir um 17.30 h an der Schrottsäule unsere Rundfahrt beenden konnten. „Verzögerung im Betriebsablauf“, pflegt man bei der Bahn zu sagen. So wurde es 18 Uhr, als die 85-km-Rundfahrt in der 30.KW 2022 beendet war.

__________________

*In Anlehnung an das Büchlein „Mit Jürgen unterwegs“

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