
Endlich bei Hagemann´s eingetrudelt © ADFC Dinslaken-Voerde, woba
KW24 2023 - Hamminkeln, auf ein Stückchen Kuchen zu Hagemann's Hofcafé!
Bei allerbestem Kaiserwetter hatten wir keinen besseren Plan, als ganz entspannt Hagemann's Hofcafé in Hamminkeln-Brünen heimzusuchen. Mit ca. 66 Kilometern Fahrtstrecke konnte man bei diesem Wetter leben.
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
diese Woche bin ich ans Vorfahren gekommen, wie die Jungfer zum Kinde. Wenn sich Günter nicht gemeldet hätte, wäre die Tour wohl ausgefallen. Harald hatte einen lang geplanten Arzttermin, Heinz-Dieter weilte im Urlaub und ich wusste von nix. Hatten wir aber alles im Planungsgespräch angesprochen. Nur ich hab mal wieder nicht aufgepasst.
Egal, schnell war eine mittellange Tour (wegen der zu erwartenden Hitze) mit Einkehr in einem Hofcafé zusammengeknippst und unters Volk gebracht.
Wie groß war die Freude, dass sich noch 11 weitere Unerschrockene mit mir auf den Weg machen wollten. Adäquat gewandet und mehr oder weniger mit Sonnenschutz eingeschmiert ging es dann pünktlich um 10:03 Uhr los.
Wenig später trudelten wir am Treffpunkt Lippeschlösschen ein. WAS, KEINER DA!?!
Nein, unsere Zusteiger hatten sich lediglich in den Schatten gestellt und waren darum bei der Einfahrt nicht zu sehen. Also alles gut.
Nach Erledigung aller Formalitäten und nach Probetröten mit der neuen Tröte (das Schicksal der Vorgängerin steht im Bericht KW23) ging’s auch gleich auf die Piste Richtung Wesel.
Auf bekannter Strecke fuhren wir zunächst durch das Hafengebiet und um den Flugplatz Wesel. Hier kam schon der erste Verfahrer. Aber mit Hilfe des ortskundigen Karl-Heinz waren wir schnell wieder auf dem Weg zum Auesee Nordufer.
Nach weitgehender Umrundung des Auesees über meist schattige Wege erreichten wir bei Kilometer 17 unsere erste Raststelle.
Sie bot mit der dortigen Überdachung Schutz gegen Sonne und Regen. Ein Viertelstündchen erholen, etwas trinken, essen und einschmieren, das musste sein.
Unsere heutige Tour sollte ohnehin der Entspannung dienen, darum waren die Pausen möglichst ausgedehnt geplant.
Aber nach 15 Minuten wurden die Getreuen schon unruhig und scharrten mit den Hufen. Als rauf aufs Rad und weiter gefahren!
Bei Flüren passierten wir ein Klatschmohnfeld, das in seiner Art bestens anzusehen ist. Da musste Zeit für einen Fotostopp sein.
Nach einem kurzen Abstecher durch den schattigen Wald wendeten wir uns dem Rheindeich zu. Diesem sind wir bis nach Bislich gefolgt.
Die Ortschaft wurde erfolgreich durchquert, nicht ohne einen weiteren Verfahrer hinzulegen. Das waren zwar nur 100 Meter, aber immerhin. Nichtsdestotrotz radelten wir an den unterschiedlichen Seen vorbei, tangierten die Clostermann’schen Apfelplantagen und fuhren an der geplanten Raststelle vorbei. Dieser Platz lag sehr schön am Diersfordter Waldsee, aber in der prallen Sonne.
Bei Kilometer 30 fand sich dann ein schattiges Plätzchen eingangs des Diersfordter Waldes. Nach Erledigung der üblichen Pausenbeschäftigungen gingen wir als nächstes Ziel Hamminkeln an.
Am Ende der Walddurchfahrt erwartete uns eine geschlossene Schranke. Eine gute Gelegenheit, etwas zu pausieren und sich über Bahntechnik und über die Welt an und für sich auszutauschen. Nach der Durchfahrt den Güterzuges waren es nur noch wenige Kilometer bis Hamminkeln.
Von dort aus zog es uns nach Ringenberg am Schloss vorbei und dann südwärts in die Isselniederung. Hier wurde es dann abenteuerlich, weil die Wege durch die Felder immer holpriger wurden. Das war stellenweise eine kleine Tortur für Mensch und Maschine. Aber wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.
Immerhin kamen wir nach bisher 48 gefahrenen Kilometern am Hagemann’s Hofcafé an. Schöne schattige Plätze unter den alten Bäumen, so soll es sein! Flux wurden einige Tische zusammenge-stellt, der Kuchen und die Getränke bestellt und relaxt.
Fast ein volles Stündchen hat’s gebraucht, damit die Lust an der pedalisierten Fortbewegung wieder sich unserer bemächtigte. Aber um 15:00 Uhr wurde mit einer etwas verkleinerten Gruppe die Rückreise angetreten. Eine Mitfahrerin hatte sich mittlerweile verabschiedet.
Unser nächstes Ziel sollte Wittenberg sein, was wir auch non-Stop erreichen wollten. Entlang verträumter Gehöfte und Dörfchen und natürlich mit Fotostopp erreichten wir die Bundesstraße 70.
Dieser sind wir ca. 3,5 Kilometer gefolgt. Nicht, weil sie so schön ist, sondern weil dort immer wieder Abschnitte mit Schatten kamen.
In Wittenberg sind wir dann querbeet in die Drevenacker Dünen und am Umspannwerk vorbei zur Lippefähre „Quertreiber“ geradelt.
Der Quertreiber ist eine reine handgetriebene Zugseilfähre, die per Kette von einem Ufer zum anderen gezogen werden muss. Sie ist für 6 Personen zugelassen. Selbstredend ist die ADFC Ortsgruppe Dinslaken-Voerde zum großen Belastungstest angetreten und hat 9 Personen plus 9 Pedelecs auf das Schiffchen gestellt. Also mal eben Maximalbelegung plus 50%. Dadurch ist die Fähre wegen Grundberührung nicht vom Nordufer weg gekommen. Durch schlaue Gewichtsverlagerung konnten wir sie befreien und gemeinsam rüber ziehen. Karl-Heinz hatte uns noch von Land aus geholfen, ist aber nicht mit gefahren. Das Übersetzen hätte seinen Heimweg unnötig verlängert. Also winke, winke!
Am anderen Ufer hat uns ein freundlicher und vor allem kräftiger junger Mann aus der Fähre geholfen, was ihm an dieser Stelle ausdrücklich gedankt wird.
Alle Mitfahrer:innen erholten sich noch schnell von der Gaudi und wir setzten unseren Ausflug fort. Eigentlich sollte es noch durch Bocholtwelmen gehen, aber das haben wir uns erspart. Wir sind dann lieber direkt an den Kaninchenbergen vorbei zur Kreuzung Hindenburgstraße/Hammweg gefahren. Dort wurde die Tour dann beendet, weil wir uns hier in alle Himmelsrichtungen zerstreut hatten. Nach Voerde wollte niemand mehr.
Alles in allem empfand ich diese Tour trotz des warmen Sonnenwetters als recht angenehm. Der Versuch, am „grünen Tisch“ möglichst viele Schattenstrecken zu wählen, hat einigermaßen geklappt.
Ich bedanke mich bei allen ortskundigen Teilnehmer:innen für die Hilfe beim Navigieren und wieder bei Anne fürs Hinterherfahren. Du hast die Truppe zusammengehalten und die Fotopausen immer rechtzeitig nach vorne gemeldet.
Dir, liebe Leser:innen, danke ich für die Ausdauer beim Lesen.
Viele Grüße von den „Fahrtenschreibern“
Wolfgang & Gina
Im Downloadbereich (blauer Kasten) gibt's diesen Bericht in hübsch und die Navi-Datei dazu.