Radfahren in Voerde: Eine Herausforderung

 

Es gab Zeiten, in denen gehörte den Radfahrer*innen die Straße, dann wurden sie von dort auf "Radwege" verbannt weil immer mehr Autos die Straßen benötigten. Die Radwegebenutzungspflicht wurde eingeführt.

 

Aber Radwege zu bauen und zu unterhalten kostet Personal und Geld, dieses Geld wollte man aber nicht für Radfahrer*innen ausgeben. Es wurde immer wieder mit leeren Kassen argumentiert.

- es mangelt nicht am Geld sodern am politischen Willen

Die Pflege wurde immer mehr vernachlässigt, bis die Radwege kaum noch zu nutzen waren. Die Radwege zu nutzen wurde zu gefährlich und die Städte, Kreise und das Land schafften die Radwegebenutzungspflicht wieder ab damit sie nicht haftbar gemacht werden konnten.

- natürlich waren es offiziell andere Gründe mit denen die Radwegebenutzungspflicht abgeschafft wurde ;-)

Jetzt haben wir die Situation, das Autofahrer uns anhupen, uns einen Vogel zeigen, uns bedrängen wenn wir die "falschen" Radwege nicht benutzen. jetzt haben wir die Situation, das Radfahrer*innen sich eigene, andere Wege suchen, die für sie kürzer, bequemer und nicht so gefährlich sind. So auch in Voerde.

- doch dort haben die Radfahrer*innen aber die Rechnung ohne den Kreis, die Stadt, die Polizei und das Ordnungsamt gemacht.

Forderungen der Radfahrer*innen und des ADFC wurden mit Argumenten abgelehnt, die teilweise jedem gesunden Menschenverstand widersprechen

- so wurde eben in den 70ern gebaut

- es ist zu gefährlich wenn Radfahrer*innen hier fahren (andere Menschen könnten gefährdet werden)

- der Platz muß jederzeit bespielbar sein

- das haben wir an StrassenNRW weitergeleitet

- uns sind keine Unfälle bekannt

- Radfahrer*innen könnten in den Graben fallen

Mit solchen Argumenten wurde das Queren des Markplatzes und die Durchfahrt durch den Pakulat Park verboten, ebenso die Nutzung einiger Wege hinter dem Haus Voerde. Es spielt dabei keine Rolle, das Radfahrer*innen diese Wege als Hauptachsen bei ihren Wegen durch die Stadt nutzen und dafür auch Umwege und Gefahren in Kauf nehmen müssen.

Mit solchen Argumenten wurde es abgelehnt Fahrradwege rot einzufärben oder Trennkanten zwischen Fuß- und Radweg abzusenken. Diese Maßnahmen stellen eine Gefährdung für Radfahrer*innen dar und führen des öfteren zu Unfällen.

Dem Ganzen die Krone aufgesetzt haben der Kreis Wesel und die Stadt Voerde jedoch mit dem Kreisverkehr an der Kreuzung "Steinstrasse" und "Dinslakenener Strasse" indem sie ihn entgegen den Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA 2010) gebaut haben. Es war nicht genügend Platz vorhanden, deshalb wurde der Kreisbereich in dem die Autos fahren zusammengequetscht und die empfohlenen 4 Meter Abstand für die Kreisbahn des Radweges parallel zur Fahrbahn nicht eingehalten. 

- Radfahrer*innen  können Autofahrer*innen auch mit leichtem Schulterblick nicht sehen

- Autofahrer*innen können nicht eindeutig erkennen, welche Richtung die mit dem Rad Fahrenden einschlagen werden

- Radfahrer*innen müssen zur Sicherheit Handzeichen geben, auch wenn sie eigentlich geradeaus fahren wollen, aber nicht zu lange, denn dort sind Laternenmasten im Weg

- Durch die weißen Markierungen für Barrierefreiheit kommt es zu gefährlichen Situationen für Radfahrer*innen, denn die weiße Farbe ist bei Nässe ziemlich glatt und bei Dunkelheit ist kaum erkennbar, das einige Stellen die weiß markiert sind nicht abgesenkt sind. (Wir haben nichts gegen Barrierefreiheit, ganz im Gegenteil). Dies betrifft ebenso die Kreuzung "Dinslakener Strasse" / "Rahmstrasse".

Ach übrigens, vielleicht sollten die Stadt Voerde bei der Vergabe von Bauarbeiten darauf achten, das Umleitung eingerichtet werden, die nicht nur Fußgänger und Autoverkehr berücksichtigen sondern auch insbesondere den Radverkehr. 

- es werden kein Umleitungen ausgeschildert

- es werden Umleitungen eingerichtet die nicht sinnvoll oder nicht komplett ausgeschildert sind

- es werden Verkehrsführungen eingerichtet, die für mit dem Rad Fahrende gefährlich sind (z.B. direktes auf die Strasse leiten, auch wenn es dort keine Bordsteinabsenkungen gibt

- falsche Benutzung von Verkehrszeichen (z.B.: "Verbot für Fahrräder", obwohl gemeint ist "Benutzung des Radweges verboten" und dadurch gefährliche Situationen herbeigeführt werden)

Es reicht nicht Anzuordenen, es muß auch überwacht werden ob die Anordnungen richtig ausgeführt wurden.

Wir sind gespannt, ob die vielen Ideen, Anregungen und Mängelberichte der Bürgerinnen und Bürger im zukünftigen Radwegekonzept einfließen werden und den Radverkehr Voerde nachhaltig verbessern werden.

Zufällige Auswahl von Fotos verschiedener Verkehrssituationen und Beschilderungen aus den letzten Monaten

 

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Viel Spass bei der hoffentlich kurzweiligen Lektüre

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Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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